Urin-Eintauchkulturen vs. Urin-Monovetten

Die Labore im LADR Laborverbund sind zu jeder Zeit bestrebt, die Qualität des gesamten diagnostischen Prozesses kontinuierlich zu verbessern. Dazu zählen die Betrachtung und Bewertung präanalytischer und analytischer Aspekte und deren Optimierung.

Ein entscheidender präanalytischer Faktor in der Erregerdiagnostik der Urine sind die Probengewinnung und die Transportform der Probe. Auch in der Aktualisierung der S3-Leitlinie Harnwegsinfektionen (AWMF 043/044, 3.4.2.c) von 2017 wird die Verwendung von Eintauchkulturen wegen gravierender Nachteile nicht empfohlen.

  Eintauchkulturen Monovetten/Röhrchen
benötigtes Probenvolumen ausreichendes Volumen zum Eintauchen erforderlich 10 ml Probenvolumen erforderlich
Handhabungsfehler häufig entfällt
Inkubationszeit variabel standardisiert
Hemmstoffbestimmung nicht möglich standardmäßig durchgeführt
Bestimmung der Keimzahl unzuverlässig durch Handhabungsfehler, variable Inkubationszeiten und konfluierende Kolonien optimal durch Anfertigen eines Keimzahlausstriches aus der Urinprobe
Keimidentifizierung meist ist ein zusätzlicher Verdünnungsausstrich nötig meist sofort möglich
Makroskopie und Mikroskopie nicht möglich Beurteilung möglich, insbesondere Mikroskopie(Leukozyten etc.)
anspruchsvolle Keime können in Mischkulturen möglicherweise nicht nachgewiesen werden auch anspruchsvolle Keime werden identifiziert
Zeitverlust evtl. gegeben nicht gegeben

Die Eintauchkulturen benötigen ein ausreichend großes Probenvolumen, damit die Kulturflächen vollständig eintauchen. Unvollständig benetzte Kulturflächen, aber auch rücklaufende Flüssigkeit können das Ergebnis verfälschen. Die Inkubationszeit ist bei den Eintauchkulturen nicht standardisiert, was die Diagnostik und Befundung verfälschen kann.

Eine Bestimmung von Hemmstoffen aus dem Urin sowie eine makroskopische und mikroskopische Beurteilung (z.B. Leukozyten) sind nicht möglich. Abhängig von der Bakteriendichte bilden sich konfluierende (Misch-)Kulturen, die sowohl die Bestimmung der Keimzahl als auch die Keimidentifizierung erschweren.

Durch die Verwendung von Selektivagar besteht die Gefahr, dass wichtige Erreger wie multiresistente Keime nicht gefunden werden. Für die Identifizierung und die Resistenzprüfung werden Reinkulturen bzw. Einzelkolonien benötigt. 

Dafür muss aus der Eintauchkultur ein Verdünnungsausstrich (Übernachtkultur) angefertigt werden, was die Diagnostik verzögert. Außerdem ist das Mindesthaltbarkeitsdatum der Eintauchkulturen zu beachten. Aus diesen Gründen sollte auf die UrinEintauchkulturen weitestgehend verzichtet werden.

Wir empfehlen die Verwendung von Urin-Monovetten (Best.-Nr. 261631), die beigefügte Entnahmespitze ermöglicht eine saubere Probenentnahme aus dem Primärgefäß.

Wichtiger Hinweis: Der gewonnene Monovetten-Urin sollte baldmöglichst versandt und grundsätzlich kühl gelagert werden. Sollten Sie die Eintauchkulturen in besonderen Situationen weiterhin einsetzen, nehmen wir sie natürlich auch zukünftig entgegen.