Besonderheiten der Gerinnungsanalyse

Neben den häufigsten Gerinnungsanalysen Quick und PTT können eine Reihe weiterer Parameter aus dem Citrat-Röhrchen bestimmt werden.

Dabei sind die präanalytischen Erfordernisse jeweils sehr unterschiedlich und finden sich im Einzelnen als Hinweis in den A-Z Labormedizin Leistungsverzeichnis.

Für alle Analysen aus dem Citrat-Röhrchen gilt:

  • Das Citrat-Röhrchen muss unbedingt bis zur Markierung gefüllt werden, da es sonst mit der enthaltenen Flüssigkeit zu Verdünnungseffekten des Blutes kommt. Konkret ist dann das korrekte Verhältnis von Citrat zu Blut nicht gegeben. Für die anschließende Gerinnungsdiagnostik wird eine definierte Menge Calcium zu der Probe gegeben, um die Gerinnung kontrolliert zu starten. Bei einem verschobenen Citrat-Blut-Verhältnis würden die gewonnenen Ergebnisse verfälscht.
  • Wenn bei der Blutentnahme ausschließlich ein Citrat-Röhrchen abgenommen wird, sollte vorher eine geringe Menge Blut in ein zu verwerfendes Röhrchen entnommen werden, weil es bereits durch das Totvolumen des Entnahmesystems (Kanüle, Schlauch) zu einem Fehler des Citrat-Blut-Verhältnisses kommen kann.
  • Das Citrat-Blut soll innerhalb von 4 h ins Labor. Wenn das nicht möglich ist, sollte das Citrat-Blut für eine einfache Gerinnungsanalytik sofort zentrifugiert, das Citrat-Plasma abgetrennt, eingefroren und gefroren in einer Gefrierbox eingesendet werden.

Für die Fragestellung Lupusantikoagulans gilt:

  • Das Blut sollte innerhalb von 4 h ins Labor gelangen. Wenn dies nicht möglich ist, sollte thrombozytenarmes Plasma gefroren eingesendet werden. Dazu wird das Citrat-Plasma sofort nach Entnahme zentrifugiert und der Überstand unter Schonung der leukozytären Trennschicht in ein neues Probenröhrchen abpipettiert (nicht abgießen!) und erneut mit >2500 xg zentrifugiert. Der Überstand wird erneut abpipettiert und sofort eingefroren (-20°C bis -80°C). Unzureichend zentrifugierte Proben enthalten restliche Thrombozyten, die bei niedrigen Temperaturen zerfallen. Die dabei freigesetzten Bestandteile führen zu fehlerhaften Messungen. 

Für die Thrombozytenfunktionsanalysen gilt:

  • Das Citrat-Blut muss ungekühlt transportiert und darf keinesfalls zentrifugiert werden. Es empfiehlt sich eine besondere Markierung des Röhrchens (z.B. mit einem Gummiband).

Hämostaseologische Proben müssen zügig ins Labor gelangen. Angaben zur korrekten Präanalytik findet sich unter den jeweilige Parametern im A-Z-Labormedizin Leistungsverzeichnis.

Potenzielle Fehler bei der Blutabnahme für Gerinnungsanalysen

Fehler Folge

Stauung ist zu lang andauernd und zu intensiv

lokale Aktivierung der Fibrinolyse, Erhöhung der Aktivität und Konzentration von Gerinnungsfaktoren

mehrmalige Punktionsversuche

Verunreinigung der Probe mit Gewebsflüssigkeit

Verwendung des ersten Blutes

Verunreinigung der Probe mit Gewebsflüssigkeit

Blutfluss zu schnell oder zu langsam zu schnelle Aspiration kann Thrombozyten schädigen und außerdem zu Hämolyse führen;
zu langsame und stockende Aspiration führt zur Teilgerinnung des Untersuchungsmaterials;
zu wenig Aspiration bedingt falsches Mischungsverhältnis Blut/Citrat
Inkomplette und zu späte Durchmischung Blut/Citrat Teilgerinnung
unvollständig gefüllte Röhrchen Verdünnung aller Plasmabestandteile einschließlich der Gerinnungsfaktoren, verlängerte Gerinnungszeiten