Stuhlprobe

Die Bedingungen zur Stuhlentnahme können zum Nachweis einzelner Erreger unterschiedlich sein. Grundsätzlich sind 3-5 g Stuhlprobe dem Rektalabstrich vorzuziehen (bei flüssigem Stuhl ca. 3 ml).

Auffällige Stuhlbestandteile (Schleimflocken, blutige Bestandteile, ...) bitte in das Probenröhrchen überführen. Bei Verdacht auf intestinale Parasitosen wird empfohlen, die Untersuchung von drei Proben aus drei verschiedenen Stuhlentleerungen durchzuführen. Bei Verdacht auf Madenwurminfektion morgens vor dem Waschen durchsichtigen Klebestreifen unmittelbar neben der Analöffnung aufkleben, abziehen und mit der Klebefläche auf einen Objektträger kleben. Nach Beschriftung mit Namen und Geburtsdatum einsenden.

Achtung: Die Anforderung auf „TPE“ (Typhus-Paratyphus-Enteritis-Erreger) ist nicht eindeutig. Sinnvoller bei Verdacht auf eine infektiöse Darmerkrankung ist die Anforderung auf »pathogene Erreger«.

Bei intestinalen Parasitosen werden zumeist umweltresistente Zysten oder Wurmeier ausgeschieden, so dass die Transportzeit eine untergeordnete Rolle spielt. Wichtig ist, dass der Stuhl nicht austrocknet. Daher ist ggf. NaCl zuzusetzen. Der Nachweis von vegetativen Formen, wie bei der Amöbenruhr, gelingt nur innerhalb von ca 30-60 Minuten nach Darmentleerung. Daher werden ELISA- und PCR-Verfahren zum Nachweis spezifischer Antigene bzw. DNA zur Diagnose der intestinalen Amöbiasis und Giardiasis eingesetzt.

Transport: Möglichst schnell nach Entnahme, spätestens innerhalb von 24 h.
Untersuchungsdauer: Ein Ergebnis liegt wegen der meist erforderlichen selektiven Kulturverfahren in der Regel frühestens nach 48 h vor. Alternativ lassen sich erste Hinweise durch Antigenteste oder mittels PCR-verfahren gewinnen (z.B. Noroviren, Adenoviren, Rotaviren, Astroviren).

Stuhlprobenahme und Transport

In der Klinik sollte der Stuhl in eine saubere Bettpfanne oder ein anderes geeignetes Gefäß abgesetzt werden. Im privaten Umfeld erschweren moderne Tiefspültoiletten eine Probenahme ohne Hilfsmittel. Flachspültoiletten bergen die Gefahr, dass die Probe mit Desinfektions- oder Reinigungsmitteln in Berührung kommt. Der Stuhlfänger (Best.-Nr.: 107140 ) ist eine praktische Hilfe für Ihre Patienten!

Er wird im hinteren Bereich des Toilettensitzes so angebracht, dass er leicht durchhängt, aber nicht mit dem Wasser in Berührung kommt. Nach der Probennahme wird der Papierstreifen an beiden Enden gleichzeitig vom Sitz gelöst und mit dem Stuhl durch die Toilette entsorgt.

Abbildung: Schematische Darstellung der Benutzung des Stuhlauffangpapiers

Nach dem Stuhlgang werden von mehreren Stellen kleine Portionen Stuhl entnommen und mit dem Stuhllöffel des Probenröhrchens (Best.-Nr.: 452013) gemischt. Das Stuhlröhrchen wird mit dem Stuhllöffel in der Verschlusskappe zu ca. einem Drittel des Volumens befüllt und gut verschlossen.

Nur so kann gewährleistet werden, dass im Inneren der Probe ein anaerobes Milieu entsteht, welches das Überleben anaerober Keime während des Transports sichert. Das befüllte Stuhlröhrchen darf nur im mitgelieferten Container transportiert werden!

Abbildung: Stuhlröhrchen mit Container

Nutzen Sie den „Laborauftrag und Begleitschein für quantitative Darmfloraanalyse“ (Best.-Nr. 114719), um dem Labor wichtige klinische Informationen für die Befundinterpretation mitzuteilen.