Früherkennung von Darmkrebs iFOBT

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass ab dem 01. April 2017 ein neues Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs anzuwenden ist: Der quantitative immunologische Test (iFOBT) hat den bisher üblichen Gujak-basierten Test (gFOBT) ersetzt. Die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) wurde zum 01. Oktober 2016 entsprechend geändert.

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Darmkrebs steht an achter Stelle der Krebserkrankungen in Deutschland

Etwa jede achte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm. Im Jahr 2012 erkrankten insgesamt mehr als 62.000 Frauen und Männer an Darmkrebs, ca. 26.000 Menschen verstarben daran (Robert Koch-Institut 2015). Bereits ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms stark zu. Über 50 % der Betroffenen erkranken jenseits des 70. Lebensjahres. Diese Fakten zeigen, wie wichtig eine rechtzeitige Erkennung von Adenomen und kolorektalen Karzinomen ist, um eine frühzeitige Therapie einleiten und die Inzidenz und Mortalität senken zu können.

Immunologische Tests sind sensitiver als Gujak-basierte Tests

Die KFE-Richtlinie legt fest, dass okkultes Blut im Stuhl mit einem quantitativen immunologischen Test (iFOBT = immunologischer fäkaler Okkultbluttest) zu untersuchen ist. Der G-BA hat entschieden, den bislang verwendeten Guajakbasierten Test durch den iFOBT wegen dessen höherer Sensitivität abzulösen.

Testprinzipien im Vergleich

Die herkömmlichen Guajak-basierten Tests (gFOBT) auf okkultes Blut im Stuhl weisen die Pseudoperoxydaseaktivität der Häm-Komponente des Hämoglobins nach (qualitativ). Der gFOBT kann durch verschiedene Faktoren verfälscht werden (Peroxidasehaltiges Gemüse, rohes Fleisch, Vitamin C).

Der immunologische Stuhltest (iFOBT) basiert auf einem spezifischen Nachweis von menschlichem Hämoglobin durch Antikörper und zeichnet sich durch bessere analytische Eigenschaften aus. Der quantitative iFOBT erfolgt vollständig automatisiert und gewährleistet eine optimale Qualitätssicherung. In zahlreichen Ländern wird der iFOBT bereits im Rahmen der Krebsfrüherkennungsprogramme eingesetzt

Vorteile des iFOBT im Überblick

  • nur eine Stuhlprobe pro Patient anstelle von bisher drei Stuhlproben nötig
  • 2–3-fach höhere Auffindungsraten für kolorektale Karzinome und fortgeschrittene Adenome
  • höhere Akzeptanz bei Patienten, da keine spezielle Diät erforderlich
  • höhere Teilnahmeraten, da der Test sehr einfach und hygienisch anwendbar ist
  • standardisierte Probennahme mittels eines kalibrierten Teststabs
  • optimale Probenstabilität bis zu 5 Tagen
  • standardisierte und qualitätsgesicherte Analytik

Was ist neu?

Jährlich anspruchsberechtigt für den iFOB Test sind Versicherte im Alter von 50 bis 55 Jahren. Über 55-jährigen steht der neue Test alle 2 Jahre zu – als Alternative zu einer alle 10 Jahre durchzuführenden Vorsorgekoloskopie. Ärztinnen und Ärzte, die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen oder Gesundheitsuntersuchungen durchführen, geben das spezielle Probenröhrchen (Abb. 2) für den iFOBT an den Patienten aus und veranlassen nach dessen Rückgabe – spätestens am darauffolgenden Werktag – die Untersuchung in ihrem LADR Labor. Das Röhrchen ist vor Versand mit einem Barcode zu versehen. Bitte verwenden Sie ausschließlich die speziellen iFOBT Probenröhrchen. Der enthaltene Probenpuff er gewährleistet eine optimale Stabilisierung des Hämoglobins in der Probe bis zur Analyse im Labor.

Pro Patient ist nur 1 Probenset zu verwenden

Im Fall eines positiven iFOBT muss zur weiteren Abklärung anschließend eine Koloskopie durchgeführt werden

Für die Vorsorgeuntersuchung ist auf dem Überweisungsschein „Präventiv“ anzukreuzen.

Das Patienten-Set mit dem speziellen iFOBT Probenröhrchen (Best.-Nr. 186832 / 20 Sets) ist erhältlich bei unserem Partner Intermed (freecall 0800 0850-113). Bitte verwenden Sie nur die speziellen iFOBT Probenröhrchen. Der enthaltene Probenpuffer gewährleistet optimale Stabilisierung des Hämoglobins in der Probe bis zur Analyse im Labor.

Literatur 1. Krebs in Deutschland 2011/2012. 10. Ausgabe. Robert KochInstitut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg). Berlin, 2015. 2. S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom. Version 1.1, August 2014. AWMF-Registernummer: 021/007OL.

Abrechnung

  EBM GOÄ
  Ziffer €/Punkte Ziffer € (1,15-fach)
Präventiv Praxis* 01737 6,26 €/ 57 (extrabudgetär) A3747 12,07
Präventiv Labor 01738 8,24 € / 75 (extrabudgetär)
Kurativ Labor 32457 6,21 (budgetär)

*Die GOP 01737 kann von Hausärzten, Chirurgen, Gynäkologen, Internisten, Urologen abgerechnet werden und beinhaltet Ausgabe und Rücknahme des Stuhlprobenentnahmesystems, Veranlassung der Untersuchung sowie zusammenhängende Beratung, auch bei positivem iFOBT. Die GOP 01737 ist mit 57 Punkten (ca. 6 €) bewertet und kann nur bei einer präventiven Untersuchung im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung angesetzt werden. Bei kurativer Untersuchungsindikation ist die GOP 01737 nicht berechnungsfähig.