Clonidin-Suppressionstest

Indikation

Bestätigung bei V. a. Phäochromozytom (autonome Katecholaminproduktion)

Testprinzip

Clonidin unterdrückt durch einen zentralen Mechanismus (Stimulation von α2-Rezeptoren) die Freisetzung von Katecholaminen (bei Phäochromozytom nicht zentral gesteuert).

Hinweise

  • Bestätigungstest nur bei auffälliger Basisdiagnostik mit erhöhten Metanephrin- und Normetanephrin-Ausgangswerten im gefrorenen EDTA-Plasma oder erhöhten Katecholaminen im angesäuerten 24 Stunden Sammelurin
  • aufgrund einer erhöhten Sensitivität und Spezifität wird die Analytik der Katecholamin-Metabolite Metanephrin und Normetanephrin gegenüber Adrenalin und Noradrenalin empfohlen
  • Wenn möglich mindestens 24 h vorher Pausieren von trizyklischen Antidepressiva und antihypertensiver Therapie (Ausnahme: Calcium-Antagonisten)
  • 3 Tage vorher keine koffeinhaltigen Getränke, Nikotin, Bananen, Käse, Mandeln, Nüsse, Schokolade, Eier oder Alkohol 

Messparameter (Material)

  • EDTA-Plasma gefroren für Metanephrin und Normetanephrin Kühl-/Gefrierbox (Best.-Nr. 260485)
  • EGTA-Plasma (Monovette: Best.-Nr. 260752) für Adrenalin und Noradrenalin)

Testdurchführung

  • nach 12 h Bettruhe
  • basale Blutentnahme (0 min)
  • orale Gabe von 300 μg Clonidin
  • Achtung: Durchführung nur unter klinischer Überwachung mit regelmäßiger Blutdruckmessung
  • Bettruhe und Blutentnahmen jeweils 60, 120 und 180 min nach Clonidin-Einnahme

Bewertung

  • Unauffälliger Befund: Suppression der Katecholamin-/Metanephrin-Konzentration auf ca. 50 % des Ausgangswertes oder in den Referenzbereich. Bei primärer Hypertonie hingegen ist der Abfall weniger ausgeprägt.
  • Autonome Katecholaminproduktion: Katecholamine/Metanephrine unverändert erhöht bzw. ausbleibender Abfall.
  • Bei Bestätigung eines Phäochromozytoms ggf. weitere Abklärung mittels molekulargenetischer Diagnostik bzgl. des Vorliegens eines genetischen Syndroms wie Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2 (Aufklärung und Einwilligung nach Gendiagnostikgesetz beachten).