Clonidin-Suppressionstest

Indikation

Bestätigungstest bei V. a. Phäochromozytom (autonome Katecholaminproduktion)

Testprinzip

Clonidin unterdrückt durch einen zentralen Mechanismus (Stimulation von α2-Rezeptoren) die Freisetzung von Katecholaminen (bei Phäochromozytom nicht zentral gesteuert).

Hinweise und Durchführung

  • Bestätigungstest nur bei auffälliger Basisdiagnostik mit erhöhten Katecholamin- und Metanephrinausgangswerten (Patienten mit niedrigem Risiko, z. B. therapierefraktäre Hypertonie, Hypertoniemanifestation vor dem 20. Lebensjahr, Klinik, asymptomatische Inzidentalom: 24-h-Sammelurin zur Untersuchung von Katecholaminen/ 13 LADR Themenheft Endokrinologische Funktionsteste Metanephrinen; Patienten mit hohem Risiko, z. B. positive Familienanamnese oder V. a. Rezidiv, genetische Syndrome wie Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2, Neurofibromatose Typ 1, Von-Hippelau-Lindau-Erkrankung: Plasma-Katecholamine/-Metanephrine)
  • Kontraindikation Hypotonie
  • Mindestens 24 h vorher Pausieren von trizyklischen Antidepressiva und antihypertensiver Therapie (Ausnahme: Calcium-Antagonisten); sorgfältige Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz (alle 30 min)
  • 3 Tage vorher keine koffeinhaltigen Getränke, Nikotin, Bananen, Käse, Mandeln, Nüsse, Schokolade, Eier oder Alkohol; vor der Blutentnahme Stresssituationen vermeiden
  • Messparameter [Material]: Plasma-Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin) und -Metanephrine; Katecholaminröhrchen (Best.-Nr. 260752) und Kühl-/Gefrierbox (Best.-Nr. 260485) anfordern; 6 ml EDTA-Blut abnehmen und in das Katecholaminröhrchen überführen, gekühlt einsenden und zusätzlich für die Metanephrine 2 ml abzentrifugiertes EDTA-Plasma eingefroren einsenden

Testdurchführung

  1. 12 h Bettruhe
  2. Basale Blutentnahme (0 min)
  3. Orale Gabe von 300 μg Clonidin
  4. Bettruhe und Blutentnahmen jeweils 60, 120 und 180 min nach Clonidin-Einnahme

Bewertung

  • Unauffälliger Befund: Suppression der Katecholamin-/Metanephrin-Konzentration auf ca. 50 % des Ausgangswertes oder in den Referenzbereich. Bei primärer Hypertonie hingegen ist der Abfall weniger ausgeprägt.
  • Autonome Katecholaminproduktion: Katecholamine/Metanephrine unverändert erhöht bzw. ausbleibender Abfall.
  • Bei Bestätigung eines Phäochromozytoms ggf. weitere Abklärung mittels molekulargenetischer Diagnostik bzgl. des Vorliegens eines genetischen Syndroms wie Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2 (Aufklärung und Einwilligung nach Gendiagnostikgesetz beachten).