Alkohol und Alkoholmarker

Akuten und chronischen Alkoholkonsum sicher nachweisen

Alkohol findet in unserem Kulturkreis unter den berauschenden Mitteln die weiteste Verbreitung.
Mit der Bestimmung von Ethanol kann eine Aussage über einen akuten Alkoholkonsum gemacht werden. Mit anderen Parametern lässt sich ein chronischer Alkoholkonsum nachweisen.

Wir beraten Sie persönlich. Unsere Toxikologen erreichen Sie direkt unter:

T. 04152 803-460
toxikologie@LADR.de

Wann ist eine Alkoholbestimmung angezeigt?

Bei der Behandlung von Menschen mit Alkoholsucht werden zur Therapiekontrolle Untersuchungen auf Alkohol und seine Abbauprodukte durchgeführt. Auch zum Abstinenznachweis im Rahmen der Fahrereignungsbegutachtung spielen Untersuchungen auf Alkohol und Alkoholmarker eine Rolle – hier finden Sie weitere Informationen zur Fahreignungsdiagnostik für eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung kurz MPU.  

weitere Informationen zur MPU

Forensische Fragestellungen

Die Proben kommen hier beispielsweise aus den Bereichen Maßregel- und Strafvollzug, gerichtliche Anordnungen oder dem Straßenverkehr. Es werden Analysenmethoden mit niedrigen Nachweisgrenzen bevorzugt. Bei forensischen Fragestellungen werden hohe Anforderungen an die Qualität der Analysen gestellt.

Zudem ist die Rückverfolgbarkeit des gesamten Prozesses inklusive der Probennahme im Vier-Augen-Prinzip gefordert. Die Analytik der forensischen Alkohologie erfolgt in den LADR Laboratorien nach den geltenden Richtlinien und ist nach DIN 17025 für forensische Blutalkoholbestimmung akkreditiert.

Arbeitsmedizin

Besonders in sicherheitsrelevanten Bereichen werden Arbeitnehmer hinsichtlich Alkoholmissbrauch getestet.

weitere Informationen zur Arbeitsmedizin

Welche Alkoholmarker eignen sich für welche Fragestellung?

Ethanol

  • Der direkte Nachweis von Ethanol in Blut, Serum, Speichel, Atem oder Urin kann einen akuten Alkoholkonsum belegen. Aus einer gemessenen Alkoholkonzentration lässt sich recht sicher auf die Spiegel von z. B. vor zwei Stunden schließen. Im Urin ist der Nachweis bis zu 24 Stunden möglich.

zur Analyse Ethanol

Ethylglucuronid (ETG)

  • Das Stoffwechselprodukt ETG ist ab einer geringen Dosis von ca. 10 g Ethanol nachweisbar und kann einen Vollrausch einige Tage lang im Urin, Kapillar- oder venösen Blut nachweisen. 
  • Im Rahmen eines Abstinenzbelegs bei Führerscheinwiederbewerbern lassen sich mittels Bestimmung von ETG im Kopfhaar Informationen über den Alkoholkonsum der vergangenen drei Monate gewinnen. Weitere Informationen zur Fahreignungsdiagnostik finden Sie hier. 
  • ETG im Mekonium kann Auskunft über einen Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft geben.

zur Analyse Ethylglucuronid (ETG)

Phosphatidylethanol (PETH)

  • Auch PETH ist ab einer geringen Dosis von ca. 10 g Ethanol bis zu drei Wochen im Kapillar- oder venöses Blut nachweisbar.

zur Analyse Phosphatidylethanol (PETH)

Methanol

  • Blutmethanolkonzentrationen von mehr als 10 mg/l deuten auf einen chronischen Alkoholmissbrauch hin.

zur Analyse Methanol

Carbohydrate Deficient Transferrin (CDT) und Gamma-Glutamyl-Transferase (γ-GT)

  • CDT und γ-GT sind biochemische Marker im Serum zum Nachweis des Alkoholmissbrauchs.
  • CDT hat sich bisher als der zuverlässigste Marker des chronischen Alkoholabusus herausgestellt.
  • γ-GT lässt sich nur in frischen Blutproben zuverlässig bestimmen.

zur Analyse Carbohydrate Deficient Transferrin (CDT)

Weitere Informationen zum labordiagnostischen Nachweis eines Alkoholkonsums sowie eine Übersicht über die Nachweisfenster finden Sie auf unserem Poster Alkoholabusus

Was Einsender beachten sollten

Markieren Sie unbedingt forensische Proben. Wir stellen Ihnen entsprechende Versandbeutel und Aufkleber zur Verfügung.

Bei allen Untersuchungen ist eine mögliche Probenmanipulation auszuschließen. Urinproben müssen daher unter Aufsicht genommen werden, mitgebrachte Proben dürfen nicht verwendet werden. Im Labor bestimmen wir routinemäßig den Kreatininwert, um eine Verdünnung durch hohe Flüssigkeitszufuhr auszuschließen. Bei Verdacht auf Probenmanipulation führen wir weitere Untersuchungen durch.

T. 04152 803-460
toxikologie@LADR.de

Weitere Informationen finden Sie unter Suchtmedizin.