Wie überleben pathogene Keime im Biofilm und welche Möglichkeiten einer antibakteriellen Therapie bestehen?

In der Infektionsmedizin wird die kritische Rolle von Biofilmen pathogener Mikroorganismen zunehmend erkannt. Es wird vermutet, dass bei ca. 80 % aller bakteriellen Infektionen des Menschen Biofilme beteiligt sind. Biofilme ermöglichen Legionellen das Überleben in Trinkwassersystemen, erschweren die Behandlung von chronischen Wunden oder Infektionen der Atemwege oder sind für protrahiert verlaufende Fremdkörperinfektionen nach Gelenkersatz, Schrittmacherversorgung oder dem Einsatz von unterschiedlichen Fremdmaterialien (Katheter, Implantate) in der modernen Medizin verantwortlich.

Biofilme bestehen aus extrazellulären Makromolekülen (Schleim), in denen Mikroorganismen fest eingebettet sind. Durch eine Vielzahl unterschiedlicher Mechanismen schützen Biofilme pathogene Bakterien und ermöglichen ein Überleben unter schwierigen äußeren Bedingungen. So wird beispielsweise die Resistenz gegenüber den meisten Antibiotika dramatisch erhöht. Bakterien verändern ihre Physiologie im Biofilm, sie kommunizieren mit anderen Bakterien, können in eine beschleunigte Evolution übergehen oder in einem metabolisch wenig aktiven Zustand als Persisterzellen überdauern.

In diesem Vortrag werden die unterschiedlichen Strategien vorgestellt, mit denen Bakterien im Biofilm ihr Überleben sichern. Darüber hinaus werden gegenwärtige und mögliche zukünftige Strategien zur Bekämpfung von biofilm-bildenden Infektionserregern beschrieben.

       
Termin: 
25.10.2017
Zeit: 
15.00 - 17.00
 Uhr
Anmeldeschluss: 
18.10.2017
CME-Punkte: 
3
Kosten: 

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Referent/en: 

Priv.-Doz. Dr. Ing. Max Schobert

LADR Laborzentrum Braunschweig

Veranstaltungsort: 

LADR Laborzentrum Braunschweig
Alte Salzdahlumer Str. 203
38124 Braunschweig

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Veranstalter: 

Mit freundlicher Unterstützung von: 
ISG Intermed Service GmbH & Co. KG