Medikamente

Bestimmung von Medikamenten beim Menschen

Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts legte Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim - besser bekannt als Paracelsus - den Grundstein für die moderne Arzneimittellehre. Sein berühmter Satz: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist" bedeutet, dass jede Substanz der Gesundheit zu schaden vermag und die Wirkung nur eine Frage der Dosis ist. In der richtigen Dosis können viele Substanzen Krankheiten heilen.
 


Durch Kontrolle der Serumspiegel soll beim "Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)" die optimale Dosis festgestellt werden und dadurch die Effizienz der Medikamentenbehandlung gesteigert und das Risiko des Auftretens von Nebenwirkungen vermindert werden.

Der Konzentrationsbereich, in dem ein Medikament seine optimale Wirkung entfaltet, wird therapeutisches Fenster genannt. Unterhalb dieser Konzentration ist das Ansprechen geringer, oberhalb dieses Konzentrationsbereiches können toxische Wirkungen auftreten. Das TDM dient somit der Verbesserung der Therapiewirksamkeit und der Kontrolle der Compliance. Die Blutentnahme für das TDM sollte in der Regel im steady state, am Morgen vor der nächsten Medikamentengabe erfolgen (Talspiegel).

TDM sollte immer mit einer gezielten Fragestellung zum Einsatz kommen und nicht einfach als zusätzliche Bestimmung im Rahmen der normalen Routinelaboruntersuchungen bestimmt werden.

Wichtige Indikationen für ein TDM sind:

  • Überprüfung der Compliance (Verdacht auf Nichteinnahme der verordneten Medikamente)
  • Kein oder ungenügendes Ansprechen trotz klinisch üblicher Dosis
  • Auftreten ausgeprägter Nebenwirkungen bei klinisch üblicherweise gut verträglichen Dosierungen bzw. Auftreten von Nebenwirkungen bereits bei niedrigen Dosierungen
  • Forensische Indikation
  • Verschlechterung bei unveränderter Dosierung
  • Verdacht auf Interaktionen mit anderen Medikamenten bzw. Verabreichung von Medikamentenkombinationen mit Interaktionspotential
  • Verdacht auf Intoxikation
  • Verlaufskontrolle

Welche Medikamente sollten überwacht werden?

  • Immunsuppressiva (Unterdrücken das Immunsystem, z.B. nach Organtransplantation)

    Wirkstoffe: z.B. Cyclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus, Mycophenolsäure



  • Antiepileptika (Mittel gegen Epilepsie)

    Wirkstoffe: z.B. Carbamazepin, Lamotrigin, Primidon, Topiramat, Levetiracetam

  • 

Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen)

    Wirkstoffe: z.B. Amiodaron, Flecainid, Chinidin, Propafenon



  • Psychopharmaka (Mittel, z.B. gegen Depressionen)

    Wirkstoffe: z.B. Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon