Therapie des Hypogonadismus

​In Fällen in denen zurzeit kein aktueller Kinderwunsch besteht (hier ist eine Testosterontherapie kontraindiziert) stehen inzwischen in Deutschland für die Therapie eines Androgenmangels eine Reihe wirksamer Präparate zur Verfügung. Hohe Markanteile haben insbesondere ein langwirksames intramuskulär zu applizierendes, ca. 3 Monate wirksames Testosteronpräparat (Nebido®) sowie diverse Testosterongele erreicht. Die Einleitung einer Testosterontherapie sollte nur bei Männern erfolgen bei denen sich sowohl laborchemisch als auch in der klinischen Untersuchung eine Androgenmangel bestätigen lässt. Zusätzlich ist vor Beginn einer Testosterontherapie ein aktuelles (ehemaliges) Prostatakarzinom, ein PSA > 3 ng/ml, ein Mammakarzinom und das Bestehen einer Polyglobulie mit einem Hämatokrit von über 50% auszuschließen. Ziele der Testosterontherapie sind die Normalisierung der Testosteronspiegel in den niedrig normalen Bereich vor der nächsten Androgenapplikation und eine Normalisierung des meist gesenkten Hämatokrits in den normalen Bereich und ein altersgemäßes Wachstum der Prostata.   
 

Nach Einleitung einer Testosterontherapie ist diese gemäß allen existierenden Empfehlungen regelmäßig zu überprüfen (s. Abb.) wobei über das Kontrollintervall keine internationale Einigkeit besteht. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Kontrolluntersuchungen ist ggfs. insbesondere bei älteren Patienten ein Stopp oder eine Dosismodifikation der Testosterontherapie anzuraten, falls bestimmte Grenzwerte in der laborchemischen Untersuchung bzw. in der klinischen Untersuchung überschritten werden (s. rote Unterlegungen in der nebenstehenden Abbildung).

Abb. Richtlinien für das Monitoring einer Testosteron Therapie