Symptomatik und Diagnostik des Hypogonadismus

Symptomatik des Hypogonadismus

Die Symptomatik eines Hypogonadismus kann in Abhängigkeit von den Androgenspiegeln, dem Zeitpunkt des Eintretens (präpubertär / postpubertär) und der Dauer des Hypogonadismus stark variieren. Viele der Symptome (s. Abbildung 1) sind unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten und sollten von Ärztinnen/ Ärzten mit Erfahrung bzgl. eines Hypogonadismus beim Mann beurteilt werden.

Abb. 1 Charakteristische Symptome und klinische Zeichen für einen Hypogonadismus (in rot dargestellt sind Symptome welche nur bei einem bereits präpubertär existenten Hypogonadismus auftreten)

Eine besondere Form des Hypogonadismus stellt der Altershypogonadismus dar, dessen Prävalenz mit zunehmendem Lebensalter dtl. zunimmt (s. Abb. 2). Ist bis zum 40. Lebensjahr die Bestimmung des Gesamttestosterons im Allgemeinen ausreichend für den Nachweis eines Androgenmangels gewinnt nach dem vierzigsten Lebensjahr die Bestimmung des freien Testosterons zunehmend an Bedeutung (s. Abb. 3). Es empfiehlt sich daher insbesondere bei Männern jenseits des vierzigsten Lebensjahr die zusätzliche Bestimmung von SHBG um das freie Testosteron bestimmen zu können (Berechnung z.B.

Abb. 2 Baltimore Longitudinal aging study: Prävalenz des Hypogonadismus
(Gesamt T < 11.3 nmol/L und/oder freier-T Index < 0.153) bei normalen Männern

Diagnostik des Hypogonadismus

Für die Diagnose eines Hypogonadismus/ Androgenmangels ist stets die Kombination aus klinischen Symptomen (s.o.) und laborchemischen Androgenmangel zu fordern. Für die Labordiagnostik des Androgenmangels bei Männern mit klinischen Symptomen eines Hypogonadismus/ Androgenmangels hat sich ein Vorgehen in Anlehnung an ein Flowchart der Amerikanischen Gesellschaft für Endokrinologie (s. Abb. 3) bewährt.

Abb. 3 Flowchart der laboriagnostischen Untersuchungen bei Männern mit einen V.a. einen Androgenmangel

Testosteron interagiert umfangreich mit einer Reihe von Hormonen (z.B. EPO) und Stoffwechselfunktionen (V.a. Glukosestoffwechsel, Fettstoffwechsel, Knochenstoffwechsel und Lebermetabolismus). Sollte sich laborchemisch ein Androgenmangel bestätigt haben bzw. der dringende V.a. einen Androgenmangel bestehen, empfiehlt sich zusätzlich zu o.g. laborchemischen Untersuchungen eine orientierende Untersuchung der Hämatopoese (Kleines Blutbild), des HbA1c, der Lipide (Triglyceride, HDL, LDL, Gesamtcholesterin), der alkalischen Phosphatase (ggfs. auch Bestimmung der Knochendichte) und der Lebertransaminasen (yGT, GOT, GPT) sowie Bestimmung des Bauchumfanges.