Therapie der erektilen Dysfunktion

Falls möglich sollte bei allen Patienten mit einer erektilen Dysfunktion die Behandlung der kausalen Ursachen der erektilen Dysfunktion an erster Stelle stehen. Hierzu zählen insbesondere die Behandlung hormoneller Störungen (V.a. Androgenmangel), die Diabeteseinstellung, die Revaskularisation der penilen Gefäße und die günstige Beeinflussung bekannter Risikofaktoren und Lifestyle Faktoren (s. Abb.). Auch eine psychologische Sexualtherapie sollte bei allen Patienten mit stärkerer psychologischer Komponente erwogen werden. 

Abb.  Behandlungsalgorithmus für Patienten mit erektiler Dysfunktion (Wespes et al. 2009)

Bei den meisten Männern mit einer erektilen Dysfunktion wird aber eine solche klare, dominierende Ursache der Erektionsstörung nicht zu finden sein, da es sich häufig um ein multifaktorielles Geschehen handelt. Unter Berücksichtigung der Patientenerwartungen, Effektivität, Nebenwirkungen, Kosten und der Invasivität der Behandlung ergeben sich für diese Patienten weitere Behandlungsoptionen durch den Einsatz von oralen PDE5-Inhibitoren und /oder Apomorphin sowie durch die intraurethrale Anwendung von Alprostadil (MUSE), der Schwellkörperinjektionsbehandlung (SKAT) und durch penile Vakuumpumpen (s. Abb. Oben). Am Verbreitesten ist die Anwendung der PDE5 Inhibitoren als Bedarfs- aber auch als Dauermedikation wobei in beiden Fällen streng auf die Kontraindikation der PDE5 Inhibitoren in Kombination mit Nitraten und NO-Donatoren geachtet werden muss. Sollte sich auch nach Reevaluation der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen , Kombination der Mittel der ersten Wahl und Dosismodifikation keine für den Patienten befriedigender Behandlungserfolg ergeben, bleibt letztendlich nur die Implantation einer Penisprothese als Ultima ratio.